CeBIT Erfahrungsbericht

Jahrelang hab ich’s mir vorgenommen und nicht auf die Reihe bekommen, vergangenen Donnerstag hat’s dann auf Anhieb geschäftlich geklappt: spontan ging’s mit einem Kollegen nen Tag lang nach Hannover zur CeBIT. Dort gab es viel interessantes zu bestaunen, eine kleine Auswahl davon möchte ich hier vorstellen.

Bundesdruckerei

Ehrlich gesagt hätte ich der Bundesdruckerei nicht mal die Anwesenheit auf der CeBIT zugetraut – zumindest nicht als Aussteller. Es stellt sich jedoch heraus, dass unsere Bundesdruckerei (die „uns“ eigentlich gar nicht mehr gehört, da sie 1994 privatisiert wurde) ein höchst innovatives Unternehmen ist.

Die Bundesdruckerei GmbH hat ihren Sitz in Berlin und fertigt nicht nur Briefmarken und Geldscheine, sondern ist laut ihrem eigenen Unternehmensprofil ein weltweit führender Anbieter im Bereich der Hochsicherheitstechnologie und bietet komplette Pass- und Ausweissysteme. Ob das stimmt kann ich nicht sagen, jedenfalls hatten sie auf der CeBIT einen recht modernen Stand, auf dem sie einige ziemlich interessante Produkte vorgestellt haben, allen voran einen Personalausweis mit integriertem OLED.

OLED steht für organic light emitting diode, eine Technik, mit der sich Displays fertigen lassen, die nicht ganz so hell leuchten wie anorganische Leuchtdioden (LEDs), dafür aber auch weniger strom verbrauchen. Im Gegensatz zu LEDs, die eigentlich nur als Farbfilter fungieren, emittieren OLEDs ihr Licht selbst und brauchen daher keine Hintergrundbeleuchtung. Das spart nicht nur Kosten, sondern auch Platz, und ermöglicht es, OLEDs auf nahezu jedes Trägermaterial aufzubringen: auf Folien für biegsame Displays, auf Textilien, um den in der Skijacke integrierten MP3-Player zu steuern, oder eben auf Personalausweise.

Die auf der CeBIT vorgestellten Ausweise sollen die Sicherheit erhöhen, indem nicht nur ein zweidimensionales Bild darauf zu sehen ist, sondern ein Video, in dem sich der Kopf des Inhabers komplett um 180º dreht. Die Techik würde nicht nur den Grenzbeamten die Identifikation der Passanten erleichtern, sondern auch für mehr Fälschungssicherheit sorgen.
Der Ausweis ist nur 0,7mm dick und kommt ohne integrierte Batterie aus: Ähnlich wie bei RFID bezieht das integrierte Display seine Energie durch die von einem Lesegerät ausgesendeten Funkwellen. Spannend.

Weitere von der Bundesdruckerei vorgestellte Techniken waren zum Beispiel biometrische Identifizierung an Flughäfen, um den Passagier-Durchfluss zu erhöhen, oder Geräte für den Druck von herkömmlichen Ausweisdokumenten.

Fraunhofer Institut

Mir ist selbst nicht ganz klar, wie 3D so faszinierend sein kann, wo man doch eigentlich täglich dreidimensional sieht. Vor etwa 10 Jahren hab ich den ersten Film in 3D gesehen, in den Universal Studios in Orlando. Bei der dort verwendeten Technik werden 2 Videos auf dieselbe Leinwand projiziert, deren Licht polarisiert ist, das heisst alle Wellenausschläge zeigen in dieselbe Richtung. Polarisiert man das Licht beider Videos nun unterschiedlich, idealerweise orthogonal zueinander, so ist es möglich, mit Polarisationsbrillen das falsche Bild auszufiltern. Somit kommt an jedem Auge nur ein Bild an; es entsteht ein Stereoeffekt.

Irgendjemand beim Heinrich-Herz-Institut muss wohl was gegen Brillen haben, denn dort hat man beschlossen, zusammen mit Philips nach Lösungen zu suchen, die ohne Brille auskommen – und ist fündig geworden.

Ähnlich wie bei den allseits bekannten „Kippbildern“, die eine gerippte Oberfläche haben, und je nach Betrachtungswinkel ein anderes Bild zeigen, kann vor einen Bildschirm ein Linsenraster gelegt werden. Dadurch sieht wie bei der Polarisationsbrille jedes Auge sein eigenes Bild, und es entsteht ein 3D-Effekt. Zumindest, wenn man sich im „Sweet Spot“ befindet, einem ziemlich eingeschränkten Bereich frontal vor dem Bildschirm, in dem der Stereoeffekt korrekt wahrgenommen wird. Verlässt man diesen Bereich, sind anstatt eines dreidimensionalen zwei etwas verschwommene eindimensionale Bilder zu sehen.

Dieses Problem kann man dadruch umgehen bzw verkleinern, indem man mehr als 2 Bilder aussendet um mehrere Sweet Spots zu bekommen. Dies erhöht einerseits die Bewegungsfreiheit, allerdings auf Kosten der Bildqualität, denn schon bei 2 Bildern sieht jedes Auge logischerweise nur die Hälfte der verfügbaren physischen Pixel. Diese Anzahl verringert sich entsprechend, wenn noch mehr Bilder ausgestrahlt werden.

Im auf der CeBIT vorgestellten Projekt 3D4YOU hat man sich zur Aufgabe gemacht, diese Technik serienreif zu machen. Philips ist für qualitativ hochwertige 3D-Displays zuständig, das Fraunhofer Institut kümmert sich um die Verarbeitung von 3D-Filmmaterial, also Aufnahmen, Postproduction und Speicherung (Codec, Containerformat, etc).
Ich bin sehr gespannt, wann bei mir zu Hause das erste 3D-Erlebnis geniessen darf.

Weitere interessante Produkte waren eine Gesichtserkennung , die alle vorgehenden Besucher analysiert und alle Gesichter korrekt erkannt hat. Mehr noch: Sie konnte 4 unterschiedliche Gemütszustände (Happy, Angry, Surprised und Sad) ausmachen und diese als Overlay unterhalb des erkannten Gesichts als Balkendiagramm darstellen. Es war allerdings ziemlich schwer, dem Gerät etwas anderes als Happy vorzugaukeln, da das ganze so faszinierend war, dass man ständig schmunzeln musste.

Wer sich im Bekleidungshaus häufig nicht entscheiden kann, in welcher Farbe er sein neues Hemd denn am Besten kaufen soll, dem könnte der Virtual Mirror sehr behilflich sein. Dieser Spiegel, der eigentlich ein Bildschirm mit Kamera ist, erfasst Kleidungsstücke, die der Betrachter trägt und kann in Echtzeit die Farbe der Kleidungsstücke ersetzen. Auch Muster sind möglich. Dabei werden Falten und sonstige Deformierungen sowie Schatten korrekt erkannt und auch im erzeugten Bild wieder eingefügt. Das erzeugte Bild ist so realistisch, dass man dem Gesehenen Glauben schenken würde, wenn da nicht die gespiegelte Person in seiner Originalkleidung vor dem Spiegel stehen würde.

Empfehlung TYPO3-Extension: realurl

Die Standard-URLs eines TYPO3-Auftrittes sind nicht nur etwas unschön, sondern auch nicht besonders viel sagend (http://www.zeroseven.de/index.php?id=16). Eine URL à la http://www.zeroseven.de/leistungen.html ist nicht nur deutlich hübscher, sondern hat auch noch weitere Vorteile.

Suchmaschinen können diese Adresse besser auswerten, da Stichworte und Suchbegriffe im Pfad und Dateinamen enthalten sind. Auch in Linklisten oder etwa in der Browserhistory ist für potenzielle Besucher sofort ersichtlich, um welche Inhalte es sich handelt. Kurz gesagt, eine für Menschen und Suchmaschinen lesbare und auswertbare URL bringt mehr Besucher als eine URL, die lediglich eine nichts sagende ID enthält.

Für TYPO3 gibt es die Extension „realurl„, die in der Lage ist, alle von TYPO3 erzeugten Links in diese schöne, lesbare Form zu bringen. Als Ergänzung zu realurl empfiehlt sich die Extension „danp_realurlconfigurator„. Diese Extension bringt nicht nur eine sinnvolle Standard-Konfiguration für die „realurl„-Extension mit, sondern ermöglicht auch die Anpassung dieser Konfiguration über das TYPO3-Backend.

Beide Extensions sind in ihrer aktuellen Version über das Extension Repository erhältlich.

Analytics widerspricht Adwords

In Deutschland ist Vertrauen angesagt, wenn es um das Thema Suchmaschinenoptimierung (SEO = Search Engine Optimization) geht. Denn der Löwenanteil der Suchmaschinenbenutzer googelt hier zu Lande. Auch bei weltweiten Kampagnen tut man gut daran auf Tipps von Google zu hören. Denn neben der Markführerschaft bei Suchmaschinen bietet Google kostenlos Werkzeuge an, die sehr benutzerfreundlich und vorallem lösungsorientiert sind. Die Verbindung zwischen dem Webseiten-Analysetool Google Analytics und dem Promotiontool Google Adwords scheint beispielsweise eine unschlagbare Kombination zu sein. Doch was tun wenn die in Adwords angezeigten Klicks sich nicht mit den Besuchen in Analytics decken.

Der Google-Support sagt zu diesem Thema nur, dass man Äpfel nicht mit Birnen vergleichen darf. Stimmt natürlich auch, Besuche sind keine Klicks. Da der Unterschied teilweise jedoch über 50% ausmacht, können aus meiner Sicht berechtigte Zweifel an dieser Begründung gehegt werden. Zumal es schon ab und zu vorkommen kann, dass in Analytics mehr Besuche zu einem Keyword angezeigt werden als Klicks in Adwords. An dieser Stelle entstehen zwar keine dubiosen Zusatzkosten für den Googlekunden, aber die Argumente von Google fangen an zu wanken.

Wir empfehlen Ihnen sich nicht zu 100% auf Google zu verlassen, sondern zusätzlich serverseitig Statisiken zu führen. Mit diesen Statisiken sollten Sie jedoch nicht versuchen Analytics nachzubauen sondern lediglich das Ergebnis punktuell zu vergleichen. Dieser Vorgang liefert zumindest harte Zahlen auf die Verlass ist.

Gibt es Google nur in deutsch?

Jeder der mit Hilfe einer Adwords-Kampagne versucht international Aufmerksamkeit bei potentiellen Kunden zu erregen, stößt früher oder später auf dieses Problem. Man hat unterschiedliche Googlekampagnen im Adwordskonto angelegt. Diese Kampagnen unterscheiden sich im Normalfall durch die Zielgruppe und somit sehr häufig durch die Sprache der jeweiligen Zielgruppe.

Man legt passende Keywords und ausgefeilte Anzeigen für diese Kampagne an und will nun testen ob Google diese Anzeigen auch richtig schaltet. Der schlaue Internetuser kommt an dieser Stelle auf die Idee Google France aufzusuchen um seine französische Kampagne zu testen. Also gibt er im Browser seines Vertrauens google.fr ein. Nach kurzer Zeit stellt er mit erschrecken fest, die französische Anzeige wird nicht geschaltet. Bei genauerem hinsehen fällt auf, die Seite ist immernoch die deutsche Googleseite und liefert auch die gleichen deutschen Ergebnisse. Google wertet die im Browser eingestellt Sprache aus und stellt für Ihre Benutzer standardmäßig diese Sprache in der Suchmaschine ein. Dieses Vorgehen mag ja in den meisten Fällen Sinn machen, mindestens in diesem Einen Fall jedoch ist dieses Vorgehen umständlich für den Benutzer. Es gibt jedoch eine Lösung, beziehungsweise zwei Möglichkeiten diese automatisch gewählte Einstellung zu ändern. Im Normalfall erscheint unter dem Eingabefeld und den Suchoptionen ein kurzer Text „Google.fr angeboten in: Français“. Wenn Sie hier auf den Hyperlink „Français“ klicken ist von nun an google.fr in französisch und auch Ihre Anzeige sollte nun geschaltet werden. Der andere Weg geht über die Einstellungen rechts neben dem Eingabefeld. Auf dieser Seite wählen Sie unter „Sprache der Benutzeroberfläche“ „Französisch“ aus und speichern die Einstellungen. Dieses Vorgehen sollte in alle von Google unterstützen Sprachen und Länder übertragbar sein.

Rich Internet Application

Als RIA bezeichnet man Anwendungen, die reichhaltigere Möglichkeiten als klassische Webanwendungen bieten. Dazu gehören Funktionen wie multimediale Fähigkeiten, Zugriffe auf Funktionen des Betriebssystem, Drag & Drop mit dem Desktop oder auch Tastaturkürzel. Entscheidend ist, dass die Applikationen von RIAs vorher nicht installiert wurden aus dem Internet geladen werden. Inzwischen gibt es zahlreiche RIAs Anwendungen, die im Internet zu finden sind. Unter „labs.adobe.com“ finden Sie zahlreiche Beispiele. Neben Adobe bieten unterschiedliche Systeme RIAs Anwendungen an. Hier sind vor allem SUN mit Java oder auch AJAX zu erwähnen. Der große Erfolg von Adobe ist aber sicherlich die hohe Verbreitung des Flash Players. Dieser ist zwingend notwendig um die RIAs betrachten zu können. Mit einer Verbreitung von über 90% auf den Desktop-Rechnern. Alle RIAs Anwendungen die über Flash oder Flex erzeugt werden, haben die Endung „.swf“. Das Kürzel steht für Shockwave Flash, der bereits 1996 von Macromedia auf den Markt gebracht wurde. Inzwischen gibt es viele Softwarelösungen die in der Lage sind SWF-Dateien zu erzeugen. Schaut man sich mal die Palette von Adobe an, finden sich neben Flex und Flash noch die Programme Captivate, Bridge, Illustrator, Fireworks findet man diese Möglichkeit. Bereits in der Flash-Version 5 tauchte zum ersten Mal der Begriff „ActionScript“ auf. ActionScript setzt heute wie JavaScript auf dem ECMAScript-Standard auf. Heute ist ActionScript in der 3.0 Version eine leistungsfähige, objektorientierte Programmiersprache.