David Carson // the Rules of Graphic Design

Durch eine Veranstaltung von Page und QuarkXpress an der Hochschüle der Künste blieb es mir nicht vorbehalten, nach ziemlich genau 10 Jahren wieder einen Vortrag von David Carson ansehen zu können. An der 3. Typo-Berlin 1998 hielt David Carson damals neben Jonathan Barnbrook, Neville Brody ebenfalls ein Vortrag. Für mich, wie für viele, war David Carson damals ein „Typo-Gott“. In Zürich präsentierte er unter dem Namen „The rules of Graphic Design“ sein neues Buchprojekt.

Eigentlich hatte ich mir unter dem Titel vorgestellt, dass David Carson ein Teil des neuen Buches vorstellt. So wie es sich aber herausstellte, steckt das Buch noch im Anfangsstadium und die Entwürfe welcher er zeigte, ließen außer dem Buchtitel noch nicht viel erkennen. Seine Idee, dass jeder Graphic-Designer seine wichtigste Regel ihm zur Verfügung stellt und er daraus ein Buch gestaltet finde ich wirklich sehr interessant. Hierfür lagen dann auch noch Postkarten aus, die jeder Besucher mitnehmen konnte.

David Carson // the Rules of Graphic Design

Wie vor 10 Jahren in Berlin begann der Vortrag mit reichlicher Verspätung. Die ganze Vorbereitung hinterließen einen doch sehr chaotischen Eindruck bei mir und sicherlich auch bei einem Großteil der restlichen Besuchern. Damals noch war der Vortragssaal brechend voll besetzt. Iin Zürich waren lediglich drei Viertel der Plätze belegt. Zu Anfangs zeigte David Carson ein paar seiner aktuellen Arbeiten. Hierbei hatte ich den Eindruck, dass David Carson doch etwas unvorbereitet durch die einzelnen QuarkXpress-Files klickt und diverse Kundenprojekt zeigte. Die ganzen Projekte wurden sehr interessant von Ihm erklärt, was er sich bei der Gestaltung alles dachte. Es ist für David Carson kaum Vorstellbar, nur ein Entwurf seinem Kunden zu präsentieren. Oftmals präsentierte er bis zu 7 Entwürfe seinem Kunden. In dieser Phase sprüht David Carson vor Kreativität und setzt so ziemlich jede Idee um, die ihm einfällt.
An den aktuellen Projekten konnte man deutlich sehen, dass David Carson seinem Stil die letzten 10 Jahre sehr treu geblieben ist. Seine Designs und Entwürfe sind unverwechselbar. Hier hinterlässt er eine unverwechselbare visuelle Sprache.
Nach ca. 20 Minuten waren dann seine aktuellen Projekte vorgestellt und David Carson zeigte seinem Publikum dann die Arbeiten mit denen er berühmt geworden ist. Neben zahlreichen Titeln und Auszeichnungen die er für seine Arbeiten bei Raygun, BeachCulture oder Speak erhalten hatte, waren auch einige Anzeigencampagnen oder Poster dabei, die er zu dieser Zeit entwickelte. Auch viele Beispiele die er fotografierte zeigte er im Rahmen seines Vortrages.
David Carson vermittelte jedem Besucher, mit welcher Leidenschaft und Emotion er seinen Job als Graphik-Designer in den Kundenprojekte zelebriert. Viele seiner Arbeiten zählen noch heute zu Meilensteinen im Graphik-Design.

David Carson immer noch einer der größten Graphik-Künstler. Er ist ein Karismatiker, welcher das Graphic-Desig vor 15 Jahren revolutioniert hat. Daran hat sich auch heute nichts geändert. Er ist seinem Stil trotz Trends und Einflüsse des Webs treu geblieben. Heute sehe ich die Arbeiten von David Carson nicht so sehr unter dem Aspekt Graphik-Design, sondern viel mehr unter dem Aspekt Kunst. Das Kunst und Graphik-Design viel enger zusammenhängt als es von vielen wahrgenommen wird, hängt sicherlich stark mit der Entwicklung der Medien zusammen. Das lässt sich heute fast nicht mehr trennen.
Ich hoffe, dass für einige der Design-Studenten oder Grafiker die im Publikum saßen der Vortrag eine Inspirationen für Ihre Arbeiten oder auch für ihr Denken waren. Endtäuschend war für mich, dass ich nach 10 Jahren David Carson nochmals live sehen kann und eigentlich zwei Drittel seines Vortrages genau dem entsprach was ich bereits 1998 an der Typo-Berlin zeigte. Da hätte ich mir viel online viagra mehr erhofft. Dafür hat die Stadt und die Ambiente der Hochschule der Künste entschädigten. Hier hätte sich kaum eine bessere Ambiente finden lassen können.